Dynamische Perspektiven (Werke)

 

 Von außen

Dynamische Perspektiven (Text)

Diese Bildreihe wird charakterisiert durch Multiperspektivität in einem kontinuierlichen Zeitfluss. Landschaft und Architektur werden, wie durch ein gebogenes Glas verzerrt betrachtet, perspektivisch gebogen, gedreht, gezogen … (DORF XCVII, XCVIII, CV und CVI).  In anderen Bildern (DORF XCV, CII und CIII) gleitet der Blick des Betrachters übergangslos von einer Aufsicht zu einer Fernsicht in Richtung Horizont.

Es ist ein Betrachter gefordert, der die Bewegung, die sich aus der Perspektivveränderung ergibt, fiktiv oder auch real mit dem Kopf nachvollzieht. Kein statischer Blick aus verschiedenen Perspektiven, sondern eine nachvollziehbare kurze Bewegung, in gewisser Weise eine Weiterführung der perspektivischen Sichtweise, wie sie in der SALINE-Serie bereits angelegt ist (SALINE XIII).

Von außen

Bei den Personendarstellungen wird das Geschehen um Perspektiven erweitert, die den Bildraum und den Raum des Betrachters gedanklich miteinander verbinden. Der Betrachter sieht, vor dem Bild stehend, sozusagen von außen mit den Augen der gemalten Person, dessen Kopf folgerichtig auch außerhalb des sichtbaren Bereichs liegt. Der Betrachter wird ins Bildgeschehen integriert, wird selber, abgesehen vom Geschlecht der dargestellten Figur, theoretisch zum Bildmotiv.

Von außen II

Auch in diesem Bild sieht der Betrachter mit den Augen der gemalten, liegenden Frau, welche ihren Hut so festhält, dass die linke Hand ganz nah vorm Gesicht zu einem bildbestimmenden Element wird.

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Menschen von oben (Werke)

Menschen von oben (Text)

„Die waghalsigen, herausfordernden Perspektiven mit irritierenden Schattenwürfen, wie Gereon Heil sie vorführt, lassen sich allerdings kaum auf ein konkretes historisches Vorbild beziehen. Dabei geht der Künstler nicht so weit, die menschliche Figur in Abstraktion bis hin zur Gegenstandslosigkeit oder gar im Ornamentalen aufzulösen (wie es etwa in der dekorativen Kunst eines Klimt uns entgegentritt). Im Gegenteil wird die Integrität der kompletten Figur bewahrt, ja vor durchweg monochromen Hintergründen sogar akzentuiert. Es handelt sich dabei allerdings um eher verstörende Akzentuierungen, die eine in sich beruhigte Bildbetrachtung aufgrund ihres Bewegungscharakters so gut wie ihrer perspektivischen Mehrdeutigkeit hintertreiben und in ihrer Konzentration auf die Massivität, ja Massigkeit des Fleischigen Motive der modernen Figurendarstellung wie bei Soutine, Bacon, Botero, Lucian Freud oder Grützke zu zitieren scheinen.“

Wolfgang Kaußen,
aus: FARB-SCHATTEN-GESTALTEN,
Gereon Heil 2016, Seite 48

Von oben XXVIII

Bei der Betrachtung des Bildes der sich nackt sonnenden Frau würde man erfahrungsgemäß davon ausgehen, dass die durch den Sonnenschirm geschützten Körperpartien, anders als im Bild und im Gegensatz zum Rest des Körpers, ungebräunt bleiben.

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„Farb-Schatten-Gestalten“

Artikel zur Ausstellung im Kunstverein Region Heinsberg (05. – 26.03.2017)

Heinsberger Zeitung, 07.03.2017, Text und Fotos Dettmar Fischer

Rheinische Post Erkelenz, 11.03.2017, Text und Fotos Renate Resch

Gereon Heil –
„Farb-Schatten-Gestalten“

Die gegenständliche Bildwelt des Malers Gereon Heil verblüfft durch eine extreme Anschauung der perspektivischen Darstellung. Der Künstler und damit auch der Betrachter scheinen von einer Anhöhe aus oder aus einer Drohne heraus die Welt zu sehen. Eigentümlich anmutende menschliche Darstellungen und Landschaften sind das Sujet dieser Malerei. Schon in der Renaissance haben sich Künstler mit der perspektivischen Verkürzung beschäftigt,  um eine möglichst große Raumillusion auf die Fläche zu projizieren, wie in extremer Form im Manierismus bei Mantegna oder in den Deckenfresken der Kirchen und Schlösser zu sehen ist. Schnell wird einem bewusst, dass die Bilder von Gereon Heil kein Abbild der Wirklichkeit sind, denn ungewöhnliche Aufsichten und Verkürzungen prägen die Sichtweise. Die perspektivischen Verkürzungen erweisen sich als freie Entscheidung des Künstlers, die keiner richtig konstruierten Darstellung unterliegen. Auch die Proportionen entspringen der Imagination und sind ein Spiel mit den Formen. Der Gegenstand ordnet sich ganz dem Willen des Künstlers unter.

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Farblandschaften rhythmisiert

Ungewöhnliche Farbgebung, reduzierte Formen und die Abwesenheit der menschlichen Gestalt: Der aus Siegen stammende Künstler Gereon Heil zeigt ein ungewöhnliches Landschafts- und Menschenbild in der Ausstellung „Archaisch tektonische Farblandschaft“.

Gereon Heil malt keine „konkreten Landschaften“, wie er sagt, sondern er reduziert seine durchaus sehr konkreten Erinnerungen an bretonische Landschaften, an die der Vendée oder aus Burgund auf strukturelle, die Landschhaft formende Grundformen wie Kreis, Halbkreis, Rechteck, Pyramide, Senkrechte oder Waagerechte.

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Gereon Heil –
„Behütete Grotesken“

„Behütete Grotesken“ ist der außergewöhnliche Titel der Ausstellung, in der das Kreismuseum Heinsberg zwei ebenso außergewöhnliche Werkzyklen des Künstlers Gereon Heil zeigt.

Inspiriert durch den archaischen Zauber eines mittelalterlichen geschnitzten Frieses aus bemalten menschlichen und tierischen Grotesken in der Kapelle von Trémalo bei Pont-Aven in Frankreich, setzt Heil sich in seiner Malerei und seinen Skulpturen mit den alten beschwörenden Motiven auseinander.

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