Dynamische Perspektiven (Text)

Diese Bildreihe wird charakterisiert durch Multiperspektivität in einem kontinuierlichen Zeitfluss. Landschaft und Architektur werden, wie durch ein gebogenes Glas verzerrt betrachtet, perspektivisch gebogen, gedreht, gezogen ... (DORF XCVII, XCVIII, CV und CVI).  In anderen Bildern (DORF XCV, CII und CIII) gleitet der Blick des Betrachters übergangslos von einer Aufsicht zu einer Fernsicht in Richtung Horizont.

Es ist ein Betrachter gefordert, der die Bewegung, die sich aus der Perspektivveränderung ergibt, fiktiv oder auch real mit dem Kopf nachvollzieht. Kein statischer Blick aus verschiedenen Perspektiven, sondern eine nachvollziehbare kurze Bewegung, in gewisser Weise eine Weiterführung der perspektivischen Sichtweise, wie sie in der SALINE-Serie bereits angelegt ist (SALINE XIII).

Den verlässlichen Halt bei diesen perspektivischen Kapriolen bietet dem Betrachter der rechteckige Bildrahmen mit seinen gewohnten Koordinaten von Senkrechte und Horizontale. Wenn man allerdings die Orientierung des Betrachters nicht dem Bildformat überlässt, sondern dem Motiv selber, würde man durch Schräghängung des Bildes den Horizont optisch austarieren (siehe alternative Hängebeispiele).