Dorf von oben (Werke)

 Architektur und Landschaft von oben

 Abstrakt von oben

Dorf von oben (Text)

Architektur und Landschaft von oben

„Schnell wird einem bewusst, dass die Bilder von Gereon Heil kein Abbild der Wirklichkeit sind, denn ungewöhnliche Aufsichten und Verkürzungen prägen die Sichtweise. Die perspektivischen Verkürzungen erweisen sich als freie Entscheidung des Künstlers, die keiner richtig konstruierten Darstellung unterliegen. Auch die Proportionen entspringen der Imagination und sind ein Spiel mit den Formen. Der Gegenstand ordnet sich ganz dem Willen des Künstlers unter.

Beinah kubisch zerlegt sind die dominanten Formen Kreis, Quadrat und variiertes Rechteck der menschenleeren Ansichten einer architektonisch, ländlichen Umgebung. Die Farbpalette und die Aufsicht innerhalb der Bildkompositionen sind den durch Menschen geprägten Bildern gleichgestellt, doch löst sich in diesen Landschaften immer häufiger die Gegenstandsform zugunsten einer abstrakten, fast ungegenständlichen, flächigen Malerei auf.“

Ingrid Trantenroth-Scholz,
Pressetext zur Ausstellung im Kunstverein Region Heinsberg, 2017

 

Abstrakt von oben

„Entschieden geschieht nun eine Einebnung der Gegenstände, sofern überhaupt noch von solchen die Rede wäre. Eher sehen wir zwei über eine türkisfarbene Fläche miteinander verbundene, zur Ovalisierung tendierende Kreisformen. Wäre man nicht vom Voraufgegangenen und den Vorzeichnungen in seiner Erwartung nahezu determiniert, käme der Gedanke an sich emporrichtende Volumina, an aufstrebende Rohre, gar nicht erst auf, sondern es spränge einen, so im Fall des gelben Gebildes, dank der frontalen Aufsicht sogleich etwas daliegend Flaches an, allenfalls eine von oben betrachtete breitkrempige Hutform, etwa die eines Sombreros …

Der Künstler selbst bezeichnet den Sprung im Programm und spricht von nun an nicht mehr von „DORF“, sondern von „D“, also einer nicht mehr im Oberbegriff zu subsumierenden Gegenstandswelt, allenfalls einem einzig zu beziffernden Gegenstandsrudiment in dediziert malerischer Form.“

Wolfgang Kaußen,
aus: FARB-SCHATTEN-GESTALTEN,
Gereon Heil 2016, Seite 16-18

 

Indem die abstrakt gesetzten Farbflächen durch Hinzufügen der dunklen Formen scheinbar einen Schatten werfen, werden sie wieder zu etwas plastisch „Begreifbarem“. Assoziationen zu organischen oder architektonischen, von oben betrachteten Gebilden werden geweckt. Wie schon bei den Bildern unter „Architektur und Landschaft von oben“ beschreibt auch hier der Schlagschatten die eigentliche, in der Verkürzung nicht immer zu erkennende Form des (angeblichen) räumlichen Gebildes, jedoch in verzerrter Form, wenn die „Bodenfläche“ nicht eben, sondern wellig ist.

Menschen von oben (Werke)

Menschen von oben (Text)

„Die waghalsigen, herausfordernden Perspektiven mit irritierenden Schattenwürfen, wie Gereon Heil sie vorführt, lassen sich allerdings kaum auf ein konkretes historisches Vorbild beziehen. Dabei geht der Künstler nicht so weit, die menschliche Figur in Abstraktion bis hin zur Gegenstandslosigkeit oder gar im Ornamentalen aufzulösen (wie es etwa in der dekorativen Kunst eines Klimt uns entgegentritt). Im Gegenteil wird die Integrität der kompletten Figur bewahrt, ja vor durchweg monochromen Hintergründen sogar akzentuiert. Es handelt sich dabei allerdings um eher verstörende Akzentuierungen, die eine in sich beruhigte Bildbetrachtung aufgrund ihres Bewegungscharakters so gut wie ihrer perspektivischen Mehrdeutigkeit hintertreiben und in ihrer Konzentration auf die Massivität, ja Massigkeit des Fleischigen Motive der modernen Figurendarstellung wie bei Soutine, Bacon, Botero, Lucian Freud oder Grützke zu zitieren scheinen.“

Wolfgang Kaußen,
aus: FARB-SCHATTEN-GESTALTEN,
Gereon Heil 2016, Seite 48

Von oben XXVIII

Bei der Betrachtung des Bildes der sich nackt sonnenden Frau würde man erfahrungsgemäß davon ausgehen, dass die durch den Sonnenschirm geschützten Körperpartien, anders als im Bild und im Gegensatz zum Rest des Körpers, ungebräunt bleiben.

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