Archaisch tektonische Farblandschaft (Werke)

Dorf

Bretonische Gezeiten

Saline

Archaisch tektonische Farblandschaft (Text)

„Landschaft ist das Thema in den Arbeiten von Gereon Heil – Landschaften von ganz eigener Art. In ungewöhnlicher Dichte und expressiver Farbigkeit befragt er den uns umgebenden Raum. Dabei geht es ihm nicht um die Wiedergabe der realen Natur, sondern um die Wirkung von Farbe und Form. Elemente der Landschaft – Felsen, Bäume, Seen, Furchen – und von Menschen Geschaffenes – Häuser, Brücken, Tore, Gräben – bilden das strukturelle Gerüst für seine ‚archaisch tektonischen Farblandschaften‘.

Die Abwesenheit des Menschen ist ein weiteres Merkmal dieser expressiven Räume. Flächen und Kuben begegnen sich, Grundfarben treffen auf Komplementäre. Die springende Perspektive irritiert den Betrachter und fordert zur Auseinandersetzung auf. Es sind immer die Struktur und der Farbrhythmus, die im Mittelpunkt des künstlerischen Interesses stehen. Neben der Expressivität der Farbe fällt vor allem die Reduktion der Form auf. Ein ‚Rückbau‘ der Gegenstände auf ihren formalen Urzustand findet statt und stellt sich der Frage der künstlerischen Abstraktion. So stehen die Farblandschaften Gereon Heils in der Tradition der frühen Landschaften Wassily Kandinskys, erforschen das Verhältnis von Farbe und Raum zueinander aufs Neue und bringen Resultate von erstaunlicher Wirkung.

Gereon Heil führt seine Befragungen in Serien durch. Immer wieder nähert er sich dem Thema an, umkreist es, behandelt es. Unter Titeln wie DORF, SALINE oder BRETONISCHE GEZEITEN subsumiert er seine Reihen.“

Dr. Christine Vogt,
aus: „archaisch tektonische farblandschaft“,
Gereon Heil 2007, Seite 4-6

 

„Landschaft und reduzierte Architekturform, tief eingeschnittene Kanalsysteme und flache Wasserbetten der Salinen, Küste und Meer sind die vorherrschenden Bildmotive. Architektur erscheint in ihrer ursprünglichen archaischen Form als reiner Baukörper – mit Übergängen zur blockhaften Skulptur bis hin zum Felsblock. Sowohl diese Raumkörper als Bildmotive als auch die Farbe als Flächenwert an sich werden von mir tektonisch benutzt, um das gemalte Bild aufzubauen.

Formal gesehen entsteht so eine Spannung zwischen hervorgehobener Raumillusion durch Licht und Schatten und gleichzeitigem Zurückdrängen in die Fläche des bemalten Bildgrunds, losgelöst vom Motiv und mit expressivem Charakter. Diese Wechselbeziehung von Realitätsbezug und abstrahierter Farbgebung irritiert das Auge und läßt Platz für die Fantasie beim Betrachten der archaisch tektonischen Farblandschaften.“

aus: „archaisch tektonische farblandschaft“,
Gereon Heil 2007, Seite 38

Skulpturen und Fries von Tremalo II (Werke)

Skulpturen

 

Fries von Trémalo II

 

Brunnen

Skulpturen und Fries von Tremalo II (Text)

Nachdem ich mich zuvor malerisch mit den in Holz geschnitzten Flachreliefs in der bretonischen Kapelle von Trémalo auseinandergesetzt hatte, die zum „Fries von Trémalo I“ führten, reizte es mich, einzelne Motive in die Dreidimensionalität zurückzuführen.

Die Figuren „Pianissimo“ und „Zwillinge I und II“ fertigte ich beispielsweise in Papier maché, „Hiob“ und „Mordstrumm Wei“ in Ton. Anschließend ließ ich sie in Bronze gießen.

Die große Skulptur des „Zeitgenossen“ besteht aus gestärker und miteinander verknoteter Leinwandstücke, im Inneren gehalten durch Maschendraht. Das Motiv der Großohrigen, wie es auch schon im ersten Fries zu finden ist, habe ich nicht nur in der bretonischen Kapelle entdeckt. Es geht zurück auf  Darstellungen der Panotier, z.B.bei der Kathedrale von Vézelay in Frankreich.

In dem „Fries von Trémalo II“ finden sich die Skulpturen, abfotografiert und auf hellen Nesselstoff gedruckt, in neuen Konstellationen wieder, sie treten in einen Dialog miteinander. Die Acrylmalerei verbindet die aufgedruckten Figuren und schafft situative Zusammenhänge. Geschichten werden erzählt. Assoziationen an ein Bad im Toten Meer oder an ein Versteckspiel im Maisfeld werden geweckt …

Die Fotomalerei erlaubt einen freien Umgang mit den Abbildungen der eigenen Skulpturen: Durch die Trennung der „Zwillinge I“ zu einzelnen Figuren vor dem Druck auf den Nesselstoff und Übermalen der Ohren von „Pianissimo“ entsteht eine Steinreihe, ähnlich wie bei den  Alignements von Carnac.